Entschuldigung, wie viele Supermärkte brauchen wir denn noch?

Supermarktregal

Nun doch? Supermarkt auf der Wiese am Markt - Bürgermeisterin hält an ihren Plan eines weiteren Supermarktes fest

Seit mindestens 2013 verfolgt die Bürgermeisterin das Ziel, mit einem neuen Vollsortimenter für mehr Leben in der City zu sorgen. Wir meinen: Wie viele Supermärkte brauchen wir denn noch? Während ein steuernder B-Plan alle Supermarkt-Erweiterungen in der gesamten Stadt verhindert, soll zwischen Post- und Viktoriastraße neu gebaut werden. 

Seit 2014 macht Pro Velten immer wieder auf dieses Thema aufmerksam - 2015 wurde eine Bürgerumfrage durchgeführt, an der sich mehr als 25 % der Einwohner beteiligten. Über die Hälfte der Befragten findet das Vorhaben nicht wichtig oder eben nicht notwendig. Der Bürgermeisterin scheint es egal: Die Antwort "Eher unwichtig" setzt sie einer Enthaltung gleich und führt die Veltener damit an der Nase herum, indem sie das Umfrageergebnis zu Gunsten ihres Vorhabens verfälscht. 

Nachdem ein Großteil der Veltener dachte, das Vorhaben hätte sich erledigt, kommt die Stadtchefin mit Planungen daher, bei denen man nur noch mit dem Kopf schütteln kann:

Spielplatz auf dem Dach, unzählige Fahrradständer und eine Liefereinfahrt gegenüber der Lindengrundschule. Detaillierte Verkehrsuntersuchungen? Fehlanzeige! "Machen wir später", so die Planer. Selbst im städtischen Bauausschuss finden die Planungen keine Mehrheit. 

 

Kann ein weiterer REWE-Markt zur Belebung der Innenstadt beitragen?

Gehen Sie vor oder nach Ihrem Einkauf durch die Innenstadt? 

Was passiert, wenn der neue Markt nicht erfolgreich ist? Haben wir dann Leerstand wie auf dem Marktplatz? Mehrere Supermärkte wurden bereits aufgegeben, denken Sie nur an den Penny-Markt am Ortseingang Marwitz, den Norma-Markt in Velten Nord, den Lidl-Markt in Velten Grün oder jüngst den Netto-Markt in Velten-Süd. 

Ist ein weiterer Rewe-Markt die beste Entscheidung für Velten?

So sehen die Planungen derzeit aus:

 

Planungen

Aus den Fehlern der Vergangenheit lernen

Beispiel Krause-Markt

Krause Markt
Angebot des Krause-Marktes 
Krausemarkt
Der Krause-Markt Mitte der 90-er Jahre.

Kurz nach der Wende entstand an der Poststraße der Krause-Markt u.a. mit Bäcker, Imbiss, Restaurant, Blumenladen, Elektronik-Shop, Lebensmittel-Markt, Möbelladen. Dieses Einkaufszentrum florierte, bis Mitte der 90-er Jahre der Marktplatz mit Aldi- und Meyer-Beck-Markt eröffnete.

Die Konkurrenz vertrug der Krause-Markt nicht und ging schließlich in Insolvenz. Bestehende Geschäfte wurden verdrängt und es gab jahrelangen Leerstand. 

Gleiches wiederholte sich dann später am Marktplatz: Nachdem Aldi und Meyer-Beck den Standort verließen, entstand Leerstand, dem man bis heute nicht entgegentreten konnte. Der Einfluss der Stadt ist begrenzt: Die Flächen sind im Privat-Eigentum.

Soll sich das alles wiederholen?

 

 

 

 

Weiterhin unsere Alternative: Eine eigene Markthalle

Martkhalle
Mit der Bürgermeisterin nicht zu machen: Neue Wege mit einer Markthalle gehen.

Netzwerkpartner des Planungsbüros,  welches Baurecht für den neuen  Supermarkt schaffen soll, 
erstellte die Machbarkeitsstudie zur Markthalle: Ergebnis war also klar. 

Ein Kompromiss wurde 2018 gefunden: Neben einem Bebauungsplanverfahren für einen Supermarkt - der die Fragen zur Erschließung hätte beantworten sollen - wurde vereinbart, die Machbarkeit einer Markthalle in den leerstehenden Flächen am Marktplatz zu untersuchen.

Die Ergebnisse liegen zwischenzeitlich vor. Nach dem Motto „Wessen Wein ich trink, dessen Lied ich sing“ kommen die Planer - nebenbei bemerkt: Netzwerkpartner des Planungsbüros, welches Baurecht für den neuen Supermarkt schaffen soll - zu dem Ergebnis, dass eine Markthalle  nicht wirtschaftlich zu betreiben wäre. 

Bemerkenswert: Die gesamten Einnahmen aus einem gastronomischen Betrieb kalkulieren die „Experten“ mit ca. 700 Euro  - im Monat (!). Man legte die Vermietung von ca. 80 qm zu Grunde. Jeder Imbiss in Velten hat mehr Fläche zur Verfügung. 

Wir meinen: Solch eine Markthalle mit Erlebnisgastronomie wäre ein Alleinstellungsmerkmal, um was uns die umliegenden Städte beneiden würden. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. 
Viele Städte diskutieren über die Innenstadtbelebung, das ist kein Veltener Einzelschicksal. Vollsortimenter können hier keine Abhilfe schaffen, das sieht man andernorts. Auch die Ansiedlung von Kaufland im Hennigsdorfer Ziel-Center hatte keine Strahlkraft für die Havelpassage und Storchengalerie, also für die Hennigsdorfer Innenstadt. Ende Mai wurde bekannt, dass es für das Lieblingsvorhaben der Bürgermeisterin nur noch einen verbleibenden Interessenten gibt: Die Rewe-Gruppe. 

Ein weiterer Rewe-Markt soll also die Veltener Innenstadt retten, gefährdet aber unsere vorhandenen Bäcker, Fleischer, Optiker und Händler.

 

Arguemte

 

Für PROVELTEN ist klar: Wir werden uns mit allen Mitteln dafür einsetzen, diese Fehlentscheidung zu verhindern. Das Verfahren dauert noch an, wir alle können unsere Einwände noch einbringen. Hierzu werden wir laufend weiter informieren. Wie denken Sie darüber? Schreiben Sie uns!

geschrieben von
Marcel Siegert

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